Der Seligenthaler Spalt

30.07.18 23:25
Dr. Andrea Korte-Böger

1. Bericht vom 30.07.2018

Der Innenabriss (c) Dr. Andrea Korte-Böger

Spalten können nicht nur im Eis oder im Gebirge gefährlich sein, sondern auch im Fußboden eines alten Hauses, dessen Mauern zum Teil aus dem Mittelalter, zum Teil aus dem Barock stammen, dessen Dachstuhl aber wohl in der Holzsubstanz aus dem 19. Jahrhundert stammt.

Es geht um das alte Pfarrhaus in Seligenthal, wo im vergangen Sommer die Umbauarbeiten begannen, um dort unter anderem zwei Wohnungen für zwei Ordensschwestern aus dem Karmel zu schaffen. Es sah nach einer ganz normalen Baustelle in einem Altbau aus, alles gut abgesprochen mit dem Denkmalschutz, bis nach der Entrümpelung des Dachboden von alten Fußbodenbelägen dieser Spalt auftauchte.

Die Entdeckung des Spaltes (c) Dr. Andrea Korte-Böger

Ein Zimmermann wurde herangezogen, Dielenbretter entfernt und entsetzt blicken Bau- und Denkmalfachleute in Baupfusch vergangener Zeiten: Die schweren Bodenbalken, die auf den Unterzug lagen und sowohl Träger des Fußboden des Daches als auch Decke des ersten Obergeschosses bildeten, waren mittig nie kraftschlüssig verbunden worden. Durch die Zeit rutschten sie langsam auseinander – an den weitesten Stellen bis zu 15cm -, lagen gerade auf dem Unterzug auf, das Dach war insgesamt nach unten und in die Breite gerutscht…. Und wieso die gesamt Dachkonstruktion noch hielt, wusste keiner zu sagen.

Es folgte ein Baustillstand von mehr als einem halben Jahr, Fachleute berieten und berechneten, doch dann stand das Ergebnis fest: Das Dach ist nicht mehr zu retten, statisch instabil, in alten Formen mit schlechtem, billigen Weichhölzern nachgezimmert, kann es keinem mehr „ein sicheres Dach über dem Kopf“ bieten.

Der Kran (c) Dr. Andrea Korte-Böger

Das war die Geschichte des vergangenen Jahres. Nun zeigen Kran, Schuttreiße und Baucontainer: Es geht weiter. Das teilausgebaute Dachgeschoss wird zurzeit abgerissen. Dann wird über das bestehende Dach ein höheres Schutzdach gebaut, denn tatsächlich soll es auch in unseren Breiten manchmal Regen geben (!) und dann wird unter dem Schutzdach das alte Dach abgerissen und ein neues aufgeschlagen. Die Arbeiten laufen nun auf Hochtouren, denn bis Weihnachten soll das Haus bezugsfertig sein.

Aber trotz der Baustelle wird es wie seit 517 Jahren am 16. August heißen: Herzliche Einladung zur Wallfahrt nach Seligenthal zum hl. Rochus. Die Pilgerinnen und Pilger starten in Sankt Mariä Namen, Braschoß, und in Liebfrauen, Kaldauen jeweils um 17.30 Uhr. Der Festgottesdienst wird um 19.00 Uhr gehalten werden.

2. Bericht vom 04.08.2018

Lehm und Schutt (c) Dr. Andrea Korte-Böger

Trotz Hitze wird mit Hochdruck am Pfarrhaus in Seligenthal weitergearbeitet. Da der Innenausbau aus Lehmfachwerk besteht, ist es für die Handwerker zwar eine furchtbar staubige Arbeit - es wird auch nur mit Atemschutz gearbeitet (bei der Hitze ....) - aber Nässe würde natürlich dadurch, dass sich der Lehm sofort mit Wasser vollsaugt und überaus schwer wird, die Arbeit noch viel schlimmer machen.

Alter Giebel (c) Dr. Andrea Korte-Böger

Der gesamte Innenausbau des Daches einschließlich der Dachhaut selbst, mit Ziegeln und  dem gesamten Dachstuhl, sind heruntergeholt.

Provisorisches Dach (c) Dr. Andrea Korte-Böger

Falls es aber doch mal regnen sollte, wurde parallel dazu eine Decke eingebaut, die nur der Abdeckung dient. Über diese Decke wird in der nächsten Woche ein Notdach aufgeschlagen, unter dem dann der gesamte neue Innenausbau, bis hin zum neuen Dach, in alten Formen wider aufgebaut wird. Die zuerst überlegte Variante mit einem Zelt als Dachprovisorium, ist zu kostspielig,

Außengerüst (c) Dr. Andrea Korte-Böger

Dazu gibt es bald neue Bilder! Die Baustelle wird aber auf keinen Fall unsere Rochuswallfahrt beeinträchtigen! Deshalb heißt es wie seit 517 Jahren: am 16. August auf nach Seligenthal, 19.00 Uhr Festmesse.

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